Wie aus Grafen Könige wurden

Die Suda von Lleida - Schauplatz der Hochzeit der Prinzessin Petronila von Aragon und des Grafen Ramon Berenguer von Barcelona
Die Suda von Lleida - Schauplatz der Hochzeit der Prinzessin Petronila von Aragon und des Grafen Ramon Berenguer von Barcelona

Graf von Barcelona heiratet aragonesische Königstochter…

 

 

Lange Verhandlungen, manche Irritationen waren vorausgegangen. Nun war es so weit.

Im August des Jahres 1150 versammelte sich eine illustre Gesellschaft  auf der Burg von Lleida (Lerida). Sie erhob sich mit massiven Mauern und Türmen auf einer Anhöhe über Stadt und Fluss Segre. Heute werden die Ruinen der Burg von dem imposanten Bau der „Alten Kathedrale“ überragt, einem Bau, der auf das 13. Jahrhundert zurückgeht und den weitaus kleineren Vorgängerbau aus visigotischen Zeiten ersetzte. Die Burg war jetzt -1150 -  im Besitz der Christen, aber ihr Name „La Suda“ deutete darauf hin, dass sie von den Mauren erbaut worden war. Nach der Eroberung  Leidas 716 durch die Muselmanen hatten sich der visigotische Herrscher und ein großer Teil der Bevölkerung zum Islam bekehrt. Ilerda war zur Medina Larida geworden, die alte Bischofskirche in eine Mezquita, ein islamisches Gebetshaus, umgewandelt worden. Als die Berberstämme der Almoraviden 1031 das Kalifat von Cordoba abschafften, fand der letzte Kalif Hischam III. seine Zuflucht in der Burg von Larida. Larida war ein Kleinkönigtum (Taifa) geworden. Nach siebenmonatiger Belagerung durch die vereinigten Streitkräfte aragonesischer, katalanischer Adligen und der Kreuzritterorden hatte der letzte maurische König von Larida, Yussuf al-Muzzafar, am 24. Oktober 1149 Stadt und Burg übergeben. Die Führer des christlichen Heeres waren der Verwalter des Königreiches Aragon, Graf  von Barcelona, Ramon Berenguer IV. und  Graf Ermengol VI. von Urgel. Das neu gewonnene Gebiet wurde zur eigenständigen

„Markgrafschaft“ erklärt, deren erster Titelträger der Graf von Urgel war.

 

Kaum ein Jahr später versammelten sich die aragonesischen und katalanischen Noblen samt den führenden Kirchenmännern in der Suda. Die lang geplante und erwartete Hochzeit der Königstochter Petronila von Aragon und dem seit Jahren als Regent von Aragon amtierenden Ramon Berenguer sollte endlich vollzogen werden.

 

Schon vor Tagen war der Graf von Barcelona mit seinem Gefolge aus Barcelona angekommen. In seinem Tross befand sich die 14-jährige aragonesische Königstochter mit ihren Hofdamen - gerade nach kanonischem Recht ins heiratsfähige Alter gelangt. Sie war im Hause des Grafen von Barcelona erzogen worden. Der Graf selbst war 36 Jahre alt.

 

Tafel zur Hochzeit Petronilas und Ramons in der Suda
Tafel zur Hochzeit Petronilas und Ramons in der Suda

Die Hochzeitsgesellschaft versammelte sich im Waffenhof der Burg. Fahnen wehten, die der verschiedenen Noblen, der Kreuzritterorden, über allen die königliche Flagge Aragons mit den vier abgehauenen Mohrenköpfen im Kreuz und die barcelonesisch-gräfliche Flagge mit den vier Balken auf gelbem Grund. Unter Trompetengeschmetter zogen die Gäste in den Königssaal ein. Eine lange gedeckte Tafel wartete auf sie. Doch respektvoll blieben sie stehen, beugten die Knie und blickten nach vorne. Dort saßen auf thronartigen Sesseln Ramon und Petronila. Sie erhoben sich und nickten den Gästen huldvoll zu. Braut und Bräutigam trugen purpurfarbene Gewänder. Petronila hatte eine Krone auf dem Haupt, in den Händen trug sie einen goldenen Apfel mit Kreuz und ein Szepter – die Zeichen ihres königlichen Rangs. Ramon hatte als „Princeps“ und „Dominator“ Aragons - Zeichen seiner Regentschaft – ein Szepter in der Hand. Die Zeugen traten vor, unter Ihnen Guillem de Torroja, Erzbischof von Tarragona, Vertrauter und Berater des Grafen, Miteroberer Lleidas. Er gehörte zu denen, die die Hochzeit und die Vereinigung der beiden Reiche eifrig betrieben hatte. Juristen hatten die Geschenke, die sich die Brautleute machten, Pretiosen, Landbesitz … urkundlich festgehalten Die Trauzeremonie begann – damals noch kein Akt vor einem Priester. Ramon streifte der Braut den goldenen Ring mit den Worten über: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dreimal küsste jeder der beiden den anderen mit der Versicherung, ihn zum Gemahl nehmen zu wollen. Zur Besiegelung und an Stelle des abwesenden Vaters der Braut ergriff der Erzbischof die Hände des Bräutigams. Der Vater Petronilas, König Ramon II., hatte sich vom Trubel und den Händeln der Welt in das Kloster San Pedro in Huesca zurückgezogen und dem Grafen die Herrschaft übergeben. Er wollte die klösterliche Klausur nicht brechen.

 

Jubel brandete auf. Die Vornehmen huldigten dem Paar. Dann zog der Hochzeitszug von der Burg zur nahe gelegenen Kirche hinunter. Vor dem Portal hatte sich eine große Menge eingefunden, Ritter, Soldaten, Kolonisten aus den Gebieten Urgels, Aragons und Kataloniens. Unter ihnen aber auch dunkle Gesichter verbliebener Mauren mit Turbanen und langen Gewändern. Man hatte sie nicht wie früher getötet, vertrieben oder versklavt. Man brauchte sie. Es waren noch nicht genügend Neubewohner aus den christlichen Landen eingetroffen. Wer sollte all die blühenden Gärten mit ihren Bewässerungsanlagen um die Stadt betreiben? Sie wohnten jetzt abgesondert in eigenen Vierteln. Ihre Religion, ihre Gewohnheiten und ihre Rechtsprechung durften sie beibehalten. Auch in der sarazenischen Zeit hatten hier schon Muslime, Christen und Juden zusammengelebt. Wehmütig blickten die Muslime durch das geöffnete Portal in die Kirche, ihr einstiges religiöses Zentrum, das sie nun nicht mehr betreten durften. Sie sahen die Säulenreihen, die ihren einstigen Hauptgebetsraum säumten, die Hufeisenbögen der Zwischenräume, die den visigotischen und arabischen Baustil kennzeichnen. Vorne stand noch die Qibla -Mauer, die die Gebetsrichtung nach Mekka anzeigt, mit dem Mihrab, einer Nische, von dem aus der Iman die Gebete leitete,  rechts davon der Minbar für die Freitagsansprache, jetzt zur Kanzel für die christliche Predigt umgewidmet. Vor der Wand hatte man einen Altar aufgebaut.

 

Der neue Bischof von Lleida, Guillem Pere de Ravidats, der die Kirche nach der Eroberung der Muttergottes geweiht hatte, empfing das königliche Paar und seine Gäste vor dem Kirchenportal und geleitete sie in das Innere. Die Hochzeitsmesse begann. Die Neuvermählten standen mit verschränkten Händen – die Braut verschleiert - vor dem Altar und wurden gesegnet. Nach dem Auszug aus der Kirche ging es wieder in die Burg. In Beisein engster Angehöriger des Paares wurde das Brautbett priesterlich gesegnet. Dann fand das Festbankett statt. Der Princeps und die Königin leiteten es mit dem Trunk aus einem gemeinsamen Becher ein. Nach dem Mahl mit vielen Gängen – unterbrochen von Reden und Rezitationen von Gästen – eröffneten sie den Tanz…

 

Vor diesem Ereignis liegt eine lange und verwickelte Geschichte...

 

 

Ramon Berenguer IV. war Sohn des Grafen Ramon Berenguer III., dem „Großen“, von dem wir in der letzten Folge der „Szenen aus der katalanischen Geschichte“ berichtet haben. Er hatte ein großes Reich geerbt, das zum wichtigen Machtfaktor auf der iberischen Halbinsel und im Süden Frankreichs geworden war.

Petronila - mit den Königsinsignien ( aus einer Genealogie der Könige von Aragon unter Martin I. )
Petronila - mit den Königsinsignien ( aus einer Genealogie der Könige von Aragon unter Martin I. )

Petronila war die Tochter des Königs Ramiro II. (1086-1157), König von Aragon von 1134 bis 1157. Er trägt den Beinamen „El Monje“, der Mönch. In seiner Jugend war er als jüngerer Sohn von seinem Vater, dem König Sancho Ramirez von Aragon und Navarra, dem Kloster Sant Pons  in Thomieres (Herault) zur Erziehung übergeben worden. Er sollte Mönch nach der Regel Benedikts werden. Seine Mutter, Felicia de Roucy, sorgte jedoch dafür, dass er auch eine ritterliche Ausbildung bekam. Er erhielt – als möglicher Königserbe - keine höheren Weihen, erklomm aber auf Betreiben seines königlichen Bruders die geistliche Stufenleiter bis zum Bischof von Burgos, der Designation zum Abt von Sahagun und der Ernennung zum Bischof von Pamplona. Auf Grund von Eingriffen der Königin Urraca, musste er aber von diesen Ämtern weichen und zog sich als Abt in das Kloster San Pedro el Viejo in Huesca zurück, übte aber auch das Amt des Bischofs von Roda-Barbastro aus.

 

Währenddessen war sein jüngerer Bruder Alfonso (I.)  König  von Aragon und Pamplona und zeitweilig durch Heirat mit Urraca von Kastilien auch König von Kastilien-Leon geworden. Er dehnte durch seine Eroberungen maurischer Gebiete (unter anderem Saragossa) das Königreich Aragon um das Doppelte aus, weit in den Süden Iberiens. Wegen dieser Kämpfe erhielt er den Beinamen „El Batallador“ (der Kämpfer). Er starb an den Folgen eines sarazenischen Pfeilschusses 1134. In seinem Testament vermachte er sein Königreich den Kreuzritterorden, den Templern,  dem Orden vom Heiligen Grab und den Johannitern.

 

Die Noblen Aragons wollten aber das nicht akzeptieren, genauso wenig wie die Kandidatur des  mächtigen Königs Alfonso VII. von Kastilien und Leon, der sich 1035  in der Kathedrale zu Leon zum „Imperator ganz Spaniens“, d.h. Kaiser, krönen ließ, mit päpstlichem Segen        ( die meisten Fürsten Iberiens, selbst muslimische, und  auch Ramon Berenguer IV. hatten ihm gehuldigt!). Die Aristokratie von Aragon rief vielmehr Ramiro aus seiner geistlichen Tätigkeit und machte ihn 1134 in Saragossa zum König.

 

Ramiro sah sich großen Schwierigkeiten gegenüber. Die Legitimität seines Königtums wurde vom Papst wegen des Testaments seines Vaters eine Zeit lang angefochten; die Kreuzritterorden mussten zum Verzicht bewegt und abgefunden werden; Navarra und Pamplona separierten sich; Alfonso der VII., dem Ramiro nicht gehuldigt hatte, besetzte Saragossa. Adlige rebellierten gegen den „König in der Kutte“ oder den „Bruder Friedensschluss“, wie sie ihn spöttisch nannten. Wirtschaftliche Schwierigkeiten bedrängten das Königreich. Zeitweilig musste der König sich in Besalu (das in die Hände des Grafen von Barcelona übergegangen war) in Sicherheit bringen.

 

Die Legende schreibt ihm zu, dass er bei seinem früheren Meister, dem Abt von Sant Pons, durch einen Boten Rat suchte. Der Abt, der sich gerade in seinem Garten befand, trug dem Boten auf, dem König ein Zeichen zu übermitteln: er nahm ein Bündel Knoblauchzwiebeln auf und köpfte sie auf einem Schlag mit seinem Messer. Der König soll in der „Campana de Huesca“ dann dasselbe mit aufständischen Adligen gemacht haben. Der königliche Mönch sah sich auch gezwungen, auf das Vermögen von Kirchen und Klöstern zurückzugreifen und die Münze von Jaca abzuwerten (was ihm den Zorn jüdischer Financiers einbrachte).

 

Auf´s Ganze gesehen, versuchte Ramiro aber die Schwierigkeiten eher durch Ausgleich, Pakte und Friedensschlüsse als durch Gewalt zu bewältigen.

 

Auf  Druck des Adels, der einen Erben forderte, heiratete Ramiro 1035 Ines von Poitou- Aquitanien – wegen seiner geistlichen Würden auch wieder gegen den Widerstand des Papstes. Ines war eine Witwe, deren Fruchtbarkeit durch drei Söhne aus früherer Ehe unter Beweis gestellt war. Sie wurde auch schnell schwanger, gebar aber eine Tochter, eben Petronila.  Nachdem dies eingetreten war, trennte sich das königliche Paar und Ines zog sich in das Frauenkloster von Fontevrault zurück. Sofort nahm man in Aussicht, diese Tochter mit einem Sohn des kastilischen Königs. zu verheiraten. Aber wieder machten die aragonesischen Noblen nicht mit. Es wurde ein anderer Kandidat gesucht. Inzwischen war am politischen Himmel der Stern des Grafen Ramon Berenguer IV. aufgegangen. Er schien eher dafür geeignet, die Eigenständigkeit Aragons zu gewährleisten und versprach zudem, eine tatkräftige Führung der Regierungsgeschäfte abzugeben. Für ihn würde die Verbindung mit dem aragonesischen Königshaus eine Stärkung bedeuten, vor allem gegen das expandierende Kastilien-Leon. Auf diese Weise konnte er auch die Königswürde für sein Haus gewinnen, die diesem gegenüber den anderen Herrscherfamilien Iberiens und den Königen Europas fehlte.

 

So verlobte  man 1137 in Barbastro die einjährige Petronila mit dem 22-jährigen Grafen. Natürlich war dies ein juristischer Akt, der urkundlich in einem gegenseitigen Vertrag festgehalten wurde:

 

Ich Ramiro, Sohn des Königs Sancho, übergebe dir, Ramon, Graf von Barcelona, mein Königreich von Aragon, mit meiner Tochter…Dies übergebe ich dir und gewähre es den Söhnen deiner Söhne, die aus meiner Tochter entsprossen sind, von Jahrhundert zu Jahrhundert. Du, im Gegenzug, kommst mit mir überein, mit wahrhaftigen Worten und indem Du Deine Hand in meine legst (Anmerkung: das ist ein Zeichen der Belehnung und gegenseitiger Treue!), dass du dieses Königreich, das ich dir gebe, nicht veräußerst oder veräußern lässt, während des Lebens der Kinder meiner Tochter…und dass du mich anerkennst zeit meines Lebens als Vater und Herrn. Auch wenn ich dir ohne Vorbehalt das Königreich übergebe, verzichte ich nicht auf meine Würde (als König).“

 

So wurde Ramon Berenguer nicht als König, aber als Regent von Aragon eingesetzt - das sollte auch gelten, wenn Petronila vor der Heirat mit dem Grafen stürbe. Ramiro verzichtete auf die Amtsausübung , behielt sich aber Titel und Würde des Königs vor. Er blieb „Chef“ des Hauses Aragon, in das Ramon Berenguer als Vasall eintrat, auch als Graf von Barcelona.

 

Erst der 1157 erstgeborener Sohn Ramons und Petronilas wurde als Alfons II. (genannt der „Keusche“ oder „Troubadour“) König (von Aragon). Nach dem Tode seines Vaters 1162 dankte seine Mutter – jetzt Königin von Aragon und Gräfin von Barcelona - 1164 ab und übertrug das Königreich und die Grafschaft  dem Knaben – der allerdings erst einmal unter der Vormundschaft König Heinrich II. von England blieb.

 

In der Folge wurden die beiden Reiche in dynastischer Personalunion vom Monarchen regiert – sie blieben aber in „Sitten“, „Gewohnheiten“, „Rechten“, Verfassung,  Finanzen und Verwaltung weitgehend unabhängig. (Mit dem Aufkommen der „Cortes“, der Ständeversammlungen Aragons und Kataloniens im 13. Jahrhundert, tagten diese auch gemeinsam, unter der Leitung des Königs, genauso wie es eine gemeinsame königliche Kanzlei gab.) Auch die vorherrschenden Sprachen waren verschieden (Aragon: aragonesisches Kastilisch/ Barcelona: Katalanisch). Außenpolitisch agierten die Reiche gemeinsam, als „Krone Aragon“. So sind die großen Eroberungen der nachfolgenden Könige, Mallorca, Valencia, Korsika, Sizilien, Neapel  bis hin zu Athen und Neopatris im Namen der Krone Aragons erfolgt. Bis 1707 währte die Verbindung  des Königreich Aragon mit der Grafschaft Barcelona  –  ab 1516 nicht mehr mit eigenem König - bis diese Union mit ihren Eigenrechten von dem Bourbonen Philipp IV. zugunsten des Madrider Zentralismus abgeschafft wurde.

 

So wurden aus den Grafen von Barcelona also Könige, allerdings nicht „Grafen-Könige“, wie katalanische Historiker oft schreiben, sondern – genau genommen - Könige von Aragon, die auch Grafen von Barcelona waren. Genau so wenig gab es – rechtlich gesehen - ein „Prinzipat Katalonien“ oder ein „katalanisch-aragonesisches Königreich“, wie man in Katalonien oft hört. Es  gab die„Grafschaft Barcelona“ mit anhängenden Gebieten, die unter dem Dach der „Krone Aragons“  verbunden waren. Es ist aber auch nicht zutreffend, dass das „Haus Barcelona“ durch die Heirat Ramon Berenguers im „Haus Aragon“ aufgegangen ist, wie manche aragonesische Historiker wollen. Der deutsche Historiker Percy E. Schramm hat es wohl richtig gesehen, wenn er darauf hinwies, dass die Verbindung der beiden Häuser auf einem gegenseitigen „Treueverhältnis“ basierte.

 

 

Man hat gefragt, warum die Grafen von Barcelona sich nicht als solche zu Königen erklärt haben. Auch Aragon war in karolingischen Zeiten, wie Navarra, Kastilien und Leon eine Grafschaft. Dies wäre nicht so ohne weiteres gegangen. Formal waren die Grafen von Barcelona bis zum Vertrag von Corbeil 1258 vom französischen König abhängig. Dieser war also der übergeordnete König. Eine einseitige Erklärung der Grafschaft Barcelonas zum Königreich wäre ein Bruch feudalen Rechts gewesen, den weder die europäischen Mächte noch der Papst mitgemacht hätten. 

Wappem Aragoniens
Wappem Aragoniens

Wie kam es, dass Aragon zum Königreich wurde?

 

Das Ursprungskönigtum ist das von Pamplona , ein visigotisch-baskisches Reich, das sich in karolingischen Zeiten – zunächst mit

Unterstützung einer visigotisch-muslimischer Herrscherfamilie ( Banu Qasi) - von der Oberhoheit der fränkischen Könige freigemacht hatte.

 

Nach dem Tode von König Sancho el Mayor ( der Große), der Pamplona, Aragon und Ribagorza, Navarra und Kastilien beherrschte, teilten sich die Söhne Ramiro ( Aragon, Ribagorza), Garcia (Navarra) und Fernando (Kastilien) das Reich. Zu Lebzeiten des Vaters nannten sie sich „Reguli“, Unterkönige, die im Auftrag des Vaters ihre Gebiete verwalteten.

Im Laufe der Zeit beanspruchten sie dann „Könige“ zu sein. Dies fand im Zusammenhang mit der Eroberung muslimischer Gebiete päpstliche Anerkennung. Im Falle Aragons geschah dies unter König Sancho Ramirez. Er erhielt die päpstliche Bestätigung seines Königtums als Vasall des Papstes in der Folge des Kreuzzugs zur Eroberung Barbastros (Huesca) 1064.  Im Falle der Grafschaft Barcelona lagen andere geschichtliche und rechtliche Verhältnisse vor und so suchten die Grafen von Barcelona den Weg zum Königtum durch eine dynastische Verbindung. Eben dies haben wir geschildert.

 

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