Ein Besuch bei Iberern - Kulturspaziergang zu den Ruinen von Ullastret (01.10.2025)

Luftaufnahme der Ruinen von Ullastret / Puig de Sant Andreu - Quelle: Ullastret / Museu d´Arqueologia de Catalunya (MAC)
Luftaufnahme der Ruinen von Ullastret / Puig de Sant Andreu - Quelle: Ullastret / Museu d´Arqueologia de Catalunya (MAC)

Auf einem Hügel – dem Puig Andreu – zwischen den katalanischen Dörfern Serra de Daró und Ullastret in der Provinz Girona sind die Reste einer iberischen Ansiedlung zu sehen. Es ist die größte iberische Siedlung, die in Katalonien gefunden wurde. Einst war dies die Hauptstadt des iberischen Volkstammes der Indiketen und sie trug wahrscheinlich den Namen Indika.

 

Zu sehen ist eine große zyklopische Mauer - mit Turm- und Torresten - die den größten Teil der Siedlung umgab, innerhalb der Ummauerung befinden sich Steinfundamente der Häuser und Gebäude, Zisternen, Nahrungsmittelsilos und Straßen, die Teile der ehemaligen Siedlung verbinden. Die Stadt existierte von der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts bis zum Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. Der größte Teil der heute sichtbaren und ausgegrabenen, immer wieder überbauten Überreste stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. 

 

Außerdem finden wir auf der Spitze des Hügels Turmstümpfe und Reste einer karolingischen Burganlage (8. – 10. Jh.). Weiter die Außenmauern einer Sankt Andreas geweihten Einsiedlerkapelle aus dem 17. Jahrhundert. In deren Mauern ist ein Museum untergebracht. In ihm finden wir Funde vom Puig Andreu sowie einer nahen zweiten iberischen Ansiedlung auf der „Illa d´en Reixac“.

 

Umrundet man das Museumsgebäude, blickt man gegen Osten auf eine mit Feldern bedeckte Senke hinab, die ehemals – bis gegen das Ende des 19. Jahrhunderts – von einem See bedeckt war. Hier befand sich auf einer Insel („Illa d´en Reixac“) eine zweite iberische Siedlung. Sie ist archäologisch noch wenig erschlossen und kann nicht besichtigt werden.

 

Auf dem nahen Puig de Serra – bei Serra de Daró – lag die Nekropole der iberischen Ansiedlungen. Hier wurden Grabstellen mit Ascheurnen und Grabbeigaben gefunden.

 

Das Museum, die Landschaft, Grabfunde (mehr beim Anklicken)

Viele Reste – aber sie ergeben kein Bild der Stadt

Geht man durch das Tor und durchwandert die Ruinenkomplexe bis zum Museum, dann ist es schwer, sich das Aussehen der Stadt und das Leben in ihr vorzustellen.

 

Einzelpersonen können an der Kasse einen Audioguide – auch in Deutsch - bekommen, der die Besucher durch das Gelände und das Museum führt. Leider ist die Handhabung etwas kompliziert und bei Sonnenlicht sind Texte und Bilder schwer zu erkennen. Eine Hilfe sind auch die an einzelnen Stationen der Wege durch die Ruinen aufgestellten Tafeln. Sie enthalten Rekonstruktionsbilder und Erklärungen. Wenn man die Barcodes auf den Tafeln scannt, erhält man auch eine deutsche Fassung. Das ist alles etwas mühsam und beim ständigen Blick auf das Gerät hat man kaum mehr Muße, den Reiz der Landschaft und der mediterranen Vegetation zu genießen.  

 

Deshalb ist mein Vorschlag, zuerst zum Museum hinaufzuwandern und sich dort das 3D-Video anzuschauen, das in einem eigenen Raum vorgeführt wird. In dem Video begleiten wir  einen Iberer, der Indika in der Jugend verlassen hat und als Erwachsener zurückkehrt. Dabei erlebt man Stadtbild, Häuser und Leben in der Stadt um das Jahr 250 v. Chr. „live“ oder besser „viral“- zumindest wie heutige Kenntnisse das erscheinen lassen. Hat man dieses Video gesehen, dann bekommt man eine Vorstellung von der einstigen Stadt und ihrem Aussehen. Wenn man dann den Spaziergang durch die Ruinen macht, ist es leichter, sich ein Bild von den ursprünglichen Verhältnissen zu machen, ohne dass man ständig auf den Audioguide blicken muss.

 

Ich hatte das bei unserem Besuch so geplant, aber es zeigte sich, dass dies nicht so einfach zu verwirklichen war. An diesem Tag waren mehrere Schulklassen gekommen und sie hatten Vorrang bei der Videovorführung. Außerdem durften immer nur 5 Personen den Raum betreten. Glücklicherweise war die Dame an der Empfangstheke bereit, uns immer wieder dazwischenzuschieben. Die letzten unserer Gruppe kamen erst kurz vor unserem Weggang zum Zuge.

 

Besucher sollten sich vielleicht vor ihrem Besuch erkundigen, ob viele Schulklassen erwartet werden.

 

Das Video gibt es auch - ohne die Rahmenerzählung - bei YouTube, natürlich hier nicht in 3D: 

 

Benvinguts a Ullastret c. 250 a. C. -

Reconstrucció virtual del conjunt - Museu d'Arqueologia de Catalunya - Seu Ullastret (Galeria videos)

 

Ein Grieche besucht Indika – eine fiktive Erzählung

 

Ich habe für unsere Gruppe vor den Mauern einen eigenen Zugang zu den Lebensverhältnissen in der iberischen Stadt gesucht. Und zwar mit der Vorstellung, eine Reisegruppe von Griechen aus Massalea (Marseille) besucht im 3. Jahrhundert v. Chr. Emporion und von dort aus Indika. Griechen reisten ja gern und waren neugierig, was fremde Völker und Sitten betrifft. Es gab vielfältige Beziehungen kommerzieller und kultureller Art zwischen den Griechen in den griechischen Kolonien Emporion und Rhode (Roses) und den einheimischen Indiketen. Nicht nur Emporion war ein Handelsplatz, sondern auch die Hauptstadt der Indiketen. (Über Emporion/Empúries habe in dieser Website einen ausführlichen und instruktiven Erzähl-Artikel verfasst.) Man könnte sich vorstellen, die griechische Reisegruppe fand in Emporion einen Reiseführer, dem sie ihre Fragen zu den Iberern und der nahen Indiketenstadt stellte.

 

Hier wandle ich die Fiktion des Besuches einer Reisegruppe in die des Besuches einer einzelnen Person ab und zwar eines griechischen Handelsmannes aus Emporion. Nennen wir diesen Handelsmann Sosipatros. Stellen wir uns vor, Sosipatros besucht Indika und seinen iberischen Geschäftspartner Bartasko. Was könnte Sosipatrosin der iberischen Stadt gesehen und erlebt haben?

Drei Zuhörer unserer Gruppe an der Mauer von Indika/Ullastret
Drei Zuhörer unserer Gruppe an der Mauer von Indika/Ullastret

Sosipatros auf dem Weg

Heutiges Südtor von Emporion / Attische rotfigurige Amphore / Die Erklärung der Bilder erscheint auch beim Anklicken

Frühmorgens macht Sosipatros sich in seinem Haus in Emporion reisefertig. Sein nubischer Sklave Onesimos führt einen mit zwei Eseln bespannten Karren vor, den er aus dem Lager des Handelsherren am Hafen herbeigebracht hat. Auf seine Anweisung hat der Sklave den Wagen mit großen und kleinen Terrakottawaren beladen, alle mit Figuren bedeckt: Vasen, Trinkgefäße, Krüge, Schüsseln und Amphoren, zum Teil „echt attische“ Produkte mit roten Figuren auf schwarzem Grund, einige sehr alt und kostbar. Auch etruskische Gefäße sind dabei. Reiche Iberer lieben diese Importwaren und stellen sie gern in ihren Häusern aus. Sosipatros will sie gegen landwirtschaftliche Produkte eintauschen, die sein iberischer Partner bereithält: Getreide, Hülsenfrüchte, Oliven, Gemüse, Früchte, Wein. Das Getreide, die Hülsenfrüchte und den Wein verschifft Sosipatros nach Massalia, die Frischwaren kommen in Emporion auf den Markt. Für den Wein hat Sosipatros einige große, einfache Amphoren auf den Wagen verladen lassen.

 

Sosipatros überprüft die Ladung und ihre Verstauung und lässt eine Plane darüber breiten. Dann wendet er sich zurück in sein Haus. Im säulenumstandenen Innenhof – dem Peristyl - erwartet ihn seine Frau Aspasia und er verabschiedet sich von ihr. Die Sklavin Dora eilt aus dem Küchenraum herbei und überreicht ihm eine Wegzehrung, Brot, Käse, eingelegte Oliven und einen Krug mit Wasser verdünnten Wein.

 

Nun machen sich Sosipatros und Onesimos auf den Weg. Der Sklave lenkt den Wagen, sein Herr sitzt daneben. Beide haben ein gutes Verhältnis miteinander, Onesimos ist mit seiner Loyalität, Geschicklichkeit und den Warenkenntnissen, die er sich erworben hat, unentbehrlich für Sosipatros.

 

Die beiden verlassen Emporion durch das südliche Tor. Kurz geht es am Meer entlang, dann biegt eine holprige Straße ins Landesinnere ab. Im Wesentlichen führt die Straße durch die Ebene zwischen den Gebirgs- und Hügelzügen. Zwei Flüsse müssen an flachen Stellen überquert werden [Ter und Daró]. Die Entfernung zwischen Emporion und Indika erfordert mit einem Eselgespann einen halben Tag Reisezeit. 

 

Die beiden sind den Weg schon mehrfach gefahren und kennen ihn. Sie sind jetzt im Indiketenland. Hin und wieder begegnen sie Einheimischen, die zu Fuss oder auf Ochsenkarren auf dem Weg zu ihren Feldern sind. In ihrer Physiognomie und Kleidung unterscheiden sie sich von den hellhäutigen und gelockten Griechen in ihren langen, faltenreichen weißen Gewändern. Schmale, scharf geschnittene, braune Gesichter, große dunkle Augen, halblang geschnittene Haare kennzeichnen die Indiketen; gekleidet sind sie in einfache, kurze und braune Leinenumhänge. Manche tragen spitz zulaufende Mützen auf dem Kopf.

 

Ein Trupp indiketischer Krieger auf Pferden überholt den Karren der Griechen: Helme mit großen geschwungenen Bögen auf dem Kopf, Lanzen in den Händen, ein krummes Eisenschwert an der Seite. Indiketische Söldner sind bei den Karthagern und bei den Römern gefragt. Als bewegliche Reiter- oder Fußtruppen ergänzen sie die in festen Formationen auftretenden regulären Heeresteile.

 

Die Indiketen grüßen die Griechen, manche sogar mit dem griechischen Gruß „Chaire“. Indiketen und Griechen kommen gut miteinander aus. Die Griechen sind nicht wie die Punier und später die Römer als Eroberer ins Land gekommen, sondern als Händler. Beide Volksgruppen profitieren voneinander. Die Indiketen haben viel von den Griechen gelernt und übernommen, handwerkliche, landwirtschaftliche Fertigkeiten, z. B. den Oliven- und Weinanbau, auch zivilisatorische Errungenschaften; dabei haben sie aber ihre eigenständigen Traditionen  und Fertigkeiten bewahrt.

Bronzene iberische Münze mit Reiterkrieger und iberischer Schrift (um 100 v. Chr.). Text lesbar, aber unübersetzbar: bilbiliz. Quelle: Monéda Iberica
Bronzene iberische Münze mit Reiterkrieger und iberischer Schrift (um 100 v. Chr.). Text lesbar, aber unübersetzbar: bilbiliz. Quelle: Monéda Iberica

Die Stadt auf dem Berge

Rekonstruktion der iberischen Stadt Indika/Ullastret. Quelle: Führer (Buch) des MAC "Ullastret" (2002)
Rekonstruktion der iberischen Stadt Indika/Ullastret. Quelle: Führer (Buch) des MAC "Ullastret" (2002)

Am frühen Nachmittag erreichen Sosipatros und Onesimos die Umgebung der Hauptstadt der Indiketen. Schon aus der Ferne sehen sie die sich auf einem Hügel in Terrassen hinaufziehende Ansammlung von Häusern.

 

Ganz oben leuchten zwei Tempelgebäude im Sonnenlicht neben einem massigen Wachtturm. Links von der Straße, die zur Hügelstadt führt, glänzt eine große Wasserfläche. Es ist ein See, der sich im Osten unterhalb des Hügels ausbreitet. Ein Flüsschen mündet in den See [der alte Daró]. Die Überquerung ist nicht schwierig. Der Wasserstand ist flach und die Furt wurde mit Steinplatten ausgelegt. Inmitten des Sees bemerken die Griechen eine Insel, auf der sich eine von Mauern umgebene Ansiedlung befindet. Ein Damm führt hinüber. Ist Indika eine Doppelstadt? So genau weiß Sosipatros das nicht. Es scheint auch, dass diese Ansiedlung nicht mehr bewohnt ist. Jedenfalls bemerken die Griechen keine Menschen, die zu dieser Siedlung hinüber wollen. Ihr Ziel - und das auch anderer - ist die Stadt auf dem Hügel.

 

Immer mehr Indiketen kommen ihnen entgegen oder bewegen sich mit ihnen zur Stadt. Außer einem kurzen Zunicken beachten sie die Ankömmlinge aus Emporion nicht weiter. Die Ankunft eines griechischen Handelskarrens ist nichts Besonderes.

 

Nun erheben sich die gewaltigen. mit dicken Türmen bewehrten Mauern der Stadt vor ihnen. Onesimos lenkt das Gefährt auf der Straße, die an den Mauern entlangführt - an einem Nebentor vorbei - zum Haupttor. Unterhalb der Straße blicken sie in einen tiefen, in das Grundgestein geschlagenen Graben. Große Steinbrocken liegen in ihm herum. Männer sind dabei mit eisernen Äxten weitere Steine aus dem Fels zu schlagen. Offenbar werden sie zum Mauerbau verwendet.

 

Sosipatros und Onesimos kennen solche zyklopischen Mauern von Emporion her, sie sind aber immer wieder beeindruckt von der  Mächtigkeit, die sie an der iberischen Stadt vorfinden. Wie Sosipatros von seinem iberischen Geschäftspartner erfahren hat, wurden die Mauern einst als Zeichen der Wehrhaftigkeit ihrer Einwohner und Ausdruck der Macht ihrer Oberhäupter gebaut. Aber jahrhundertelang war die Stadt unbehelligt geblieben und die Mauern verfielen. Nun war man dabei, sie zu erneuern und zu erweitern.

 

Reste der Mauer, des Grabens und der Tempel von Indika/Ullastret - Rekonstruktion der Tempel (Quelle: MAC "Ullastret")

Tempel von Ullastret - Rekonstruktion

Eine bedohliche politische Lage

Die Phönizier, die als seefahrendes Volk nach Iberien gekommen waren, um mit den Einheimischen Handel zu treiben, hatten vom nordafrikanischen Karthago aus [gegründet im 9. Jh. v. Chr.] ein mächtiges Reich geschaffen. Sie waren dazu übergegangen, die an der Mittelmeerküste wohnenden Iberer zu unterwerfen. Bodenschätze, Silber, Gold, Kupfer, Eisen und landwirtschaftliche Erträge lockten sie. Der Einflussbereich Karthagos reichte jetzt bis zum Ibar [Ebro]. Doch es war zu erwarten, dass die Karthager – die Römer nannten sie „Punier“ - weiter vordringen würden.

 

Und noch eine andere Macht erhob Anspruch auf Iberien: Rom. Die Konflikte zwischen Karthago und Rom drohten auf Iberien überzugreifen. Die iberischen Stämme standen vor der Herausforderung, auf welche Seite sie sich stellen sollten. Es war zu erwarten, dass die Römer von dem nahen Emporion aus ihren Feldzug gegen die Karthager eröffnen würden.

 

Sosipatros wusste, dass sein Geschäftsfreund Bartasko, der zum Führungsclan Indikas gehörte, sich Sorgen machte. Bartasko fürchtete, dass die Römer die Eigenständigkeit der Indiketen brechen und ihnen die römischen Gesetze und Lebensweisen auferlegen würden. Er wusste, wer sich gegen sie stellte, wurde vernichtet oder versklavt.

 

Sosipatros hatte weniger Befürchtungen und war der Überzeugung, dass Römer und Griechen sich arrangieren würden. Schließlich hatten sich die Römer in vieler Hinsicht „hellenisiert“. Die Gebildeten unter ihnen bewunderten die griechische Kultur. Wenn sie kämen, könnte man auch mit ihnen Handel treiben und Geschäfte machen. Emporion würde dann eine griechisch-römische Stadt werden. In seinen Augen waren die Punier gefährlicher für die Unabhängigkeit der griechischen Kolonien Iberiens und es war ihm recht, dass Rom sich als Schutzmacht dieser Städte aufspielte.

 

2 Karten:

1. Völker auf der iberischen Halbinsel vor 300 v. Chr. - Iberer gelb. Ganz oben rechts die Indiketen

2. Die Einflusszonen Roms (rot) und Karthagos (blau) zu Beginn des zweiten Punischen Krieges (218 v. Chr.) - Quelle: Map of Rome and Carthage at the start of the Second Punic War-de - Karthagisches Reich – Wikipedia

Durch die Straßen der Stadt

Aber noch war es nicht soweit. Onesimus zwängt den Karren in ein enges Vorwerk hinein, das zum großen Tor führt. Die Holztüren im Torweg stehen offen und nach kurzem Wortwechsel mit den Torwächtern – Sosipatros kannte einige Brocken der iberischen Sprache - dürfen die Griechen mit ihren Waren passieren. 

 

Die Reste des Haupttores von außen und innen

Gepflasterte Straße mit Zisternengrube in den Ruinen von Ullastret, 3. Jh. v. Chr.  Bild: Terres de Girona, Ullastret
Gepflasterte Straße mit Zisternengrube in den Ruinen von Ullastret, 3. Jh. v. Chr. Bild: Terres de Girona, Ullastret

Auf einer breiten gepflasterten Strasse, die zum Tempelbereich hinaufführt – Sosipatros erinnert dieses Areal an die „Akropolis“ griechischer Städte – fahren sie in die bewohnten Zonen ein. Mit dem Blick auf die Häuserkomplexe und das Straßensystem wird klar, dass diese Stadt planmäßig angelegt ist.  Sosipatros fühlt sich geradezu ein wenig heimisch. So sind auch die griechischen Städte angelegt: eine gegliederte „Polis“, die die Bewohner einer begrenzten Region um einen Siedlungskern sammelt und ihnen einen zentralen Raum für die Gestaltung der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Politik bietet.

 

Nach kurzer Fahrt wenden die Griechen sich nach links in eine Straße. Hier sehen sie auf der rechten Seite eine unbebaute Fläche, auf der sich runde Steinplatten befinden. Eine der Platten wird von zwei Männern weggeschoben. Ein in den Fels geschlagenes Grubenloch öffnet sich. Die Grube muss ein Getreidesilo sein, denn einer der Männer kippt einen Sack mit Getreidekörnern hinein. 

 

Auf der linken Seite der Straße steht eine Reihe von Frauen mit großen Krügen vor einer länglich-ovalen Steinplatte mit einem brunnenähnlichen Aufsatz. Eine der Frauen zieht aus dem Aufsatz einen Behälter heraus und kippt dessen Inhalt in ihren Krug – sie hat Wasser aus einer Zisterne geschöpft. Das Wasser fließt bei Regen über Röhren von den Dächern der umliegenden Häuser in die Zisternengrube. Es war lange trocken. Der Fluss vor der Stadt liefert nur wenig, in Gumpen abgestandenes Wasser und der See ist veralgt und brackig. So müssen die Einwohner auf die Wasservorräte in den Zisternen zurückgreifen.

 

Silos, Zisterne, Zisternenaufsatz

Nach dem Silo- und Zisternenplatz säumen lange Häuserzeilen die Straße. Die kleinen kastenförmigen Häuschen sind Wand an Wand gebaut. Auf einem Steinfundament wurden Lehmziegelwände hochgemauert. Im Inneren und Äußeren sind die Wände mit Lehm verputzt. Das leicht abgeschrägte Dach wird von Balken gehalten, die auf den Wänden liegen, oder auch von Pfosten im Inneren des Hauses gestützt. Ein Geflecht von Zweigen bildet die Abdeckung, die mit Lehm abgedichtet ist. Das Dach wird auch als Terasse benutzt. So baut man in diesen Zeiten und später überall im Mittelmeerraum.

 

Vor den Türen sitzen Frauen auf dem Boden, putzen Gemüse und Früchte, andere flechten Körbe, nähen Kleidungsstücke zusammen, einige stehen nur schwatzend beieinander, Männer reinigen Hacken, schleifen Äxte oder sind mit sonstigen handwerklichen Tätigkeiten beschäftigt wie Töpfern, Geräte und Schmuckstücke anfertigen. Kinder werfen Tonmurmeln, spielen Haschen auf der Straße und was es sonst noch an kindlichen Spielen gibt, die zu allen Zeiten und überall verbreitet sind.

 

Sosipatros kennt das Innere dieser Häuser: ein Raum, selten zwei, in der Mitte ein Feuerloch – der Rauch zieht durch eine Luke im Dach ab – an den Wänden Bänke aus Stein oder Lehmziegeln, zum Sitzen und Abstellen des Geschirrs, der Fußboden gestampfter Lehm, geschlafen wird auf Naturmaterialmatten … Alles spielt sich meist in einem Raum ab: Schlafen, Essen, Arbeiten – außer das Wetter erlaubt es, mit einigen Tätigkeiten nach außen zu gehen. So leben die „einfachen“ Leute hier. Sosipatros denkt, dass sich mit solch kargen Umständen nicht einmal die Sklaven in Emporion zufrieden geben würden. 

 

Straßenzug, Hausgrundriß (Ruinen / viral rekonstruiert), Rekonstruktionsplan eines Hauses (Zeichnung), arbeitende Frau im Haus (nachgestellt), Eisen-Geräte

Im Haus eines vornehmen Iberers

Die "Insel der Reichen"

 

Onesimus lenkt den Karren weiter durch die Häusergasse. Links öffnet sich ein freier Platz. Hier beginnt die „Insel“ der Reichen und Vornehmen. Die Häuser sind größer und höher. Viele haben ein zweites Stockwerk. Einige heben sich durch hellen Kalkmörtelverputz von den braunen lehmverschmierten Hütten der Ärmeren ab.

 

Vor einem Gebäudekomplex, bei dem das letzte Haus an die Mauer gebaut ist – eine Treppe führt zu ihr hinauf - macht Onesimus Halt. Ein großes Balken gestütztes Tor mit Holztüren bildet den Eingang in das Gehöft. An den Längs- und Querbalken blicken skelettierte Menschköpfe mit leeren Augenhöhlen auf die Besucher herab. Sosipatros und Onesimos kennen diese Sitte der Iberer; sie schlagen Besiegten die Köpfe ab und nageln sie an Tore. Meist sind es sogar Iberer, die auf diese Weise ihr Ende finden. Auch unter den iberischen Stämmen gibt es Konflikte und Scharmützel.

 

Bei den beiden Griechen haben die Schädel ihren Zweck verfehlt, unter Fremden und womöglich potentiellen Feinden Furcht und Schrecken auszulösen. Sosipatros findet die Sitte barbarisch, aber er hat sich an den Anblick der Köpfe gewöhnt. Von seinen Handelskontakten her weiß er, dass eine solche Praxis unter Kelten üblich ist. Offenbar haben Iberer den Brauch von benachbarten Kelten übernommen. Im zentralen Iberien haben sich beide Völkerschaften ja auch vermischt.  Solche Gewohnheiten und die Kampfesweise ihrer Krieger haben den Iberern bei griechischen Schriftstellern den Ruf der Wildheit und Grausamkeit eingebracht, aber Sosipatros kennt andere, angenehmere Seiten von ihnen.  

Vor dem Tor steht ein kleiner korpulenter Mann mit verschränkten Armen, das Ibererschwert am Gürtel seines braunen, feingewebten Leinenkleids. Eben hat er noch zwei halbwüchsigen Knaben, die sich im Schwertkampf übten – wobei sie sich mit kleinen runden Schilden schützten – Anweisungen gegeben. Sosipatros kennt die Knaben, es sind Bartaskos Söhne. Nun wenden alle drei ihre Blicke den Ankömmlingen zu. Bartasko hat längst von ihrer Ankunft erfahren und sie vor seinem Gehöft erwartet. Er heißt sie in griechischer Sprache willkommen.

 

Ein junger Mann mit heller Gesichtsfarbe und blondem langen Haar kommt durch das Tor, gemeinsam mit Onesimus bringt er den Karren mit den Waren in den Hof hinter dem Tor. Bartasko erklärt Sosipatros. „Das ist meine keltischer Bediensteter Camulos. Ihr Griechen würdet ihn Sklaven nennen. Ich habe ihn tatsächlich von einem Geschäftsfreund in Ensérune im südlichen Gallien gekauft. Du weißt ja, dieses Oppidum ist auch eine Ibererstadt.  Er wurde bei einem Kampf mit den Römern gefangen genommen und von einem römischen Centurio gegen Proviant eingetauscht. Für mich ist der Mann wie einer der hiesigen Bauern, die für mich arbeiten, nur dass er seinen Dienst im Hause tut - und da ist er mir sehr nützlich.

 

Bei uns Iberern ist die Sklaverei nicht so üblich wie bei euch. Jeder hat hier seine Arbeit und Aufgabe und verrichtet sie selbst oder mit Hilfe von Stammesgenossen. Die Bauern betreiben ihre Feldarbeit und Viehzucht mit ihrer Familie, die Handwerker ihr Geschäft mit Gehilfen aus ihrer Gemeinschaft, die Krieger unterrichten ihre Söhne selbst im Waffengebrauch. Den Müßiggang und die Vergnügungen, die ihr euch auf Kosten der Sklaven verschafft, Theater, Palaistren [sportliche und geistige Ausbildungsstätten], Bäder, sehen wir als Verweichlichung an.

 

Nur die Reichen und Führenden der Stadt, zu denen ich gehöre, leisten sich Sklaven, aber auch nur, damit wir unseren Leitungsaufgaben freier nachgehen können. Sklaven holen wir aber von außerhalb. Iberer versklaven sich nicht untereinander. Wenn wir kämpfen und siegen, machen wir unsere Gefangenen nicht zu Sklaven wie Griechen und Römer“ - Bartasko deutet zu den angenagelten Köpfen hin – „wir führen sie einem ehrenvolleren Dienst zu, wir opfern sie den Göttern.“

 

Sosipatros schluckt bei dieser Rede. Bartaskos hat das bemerkt und schlägt einen freundlichen Ton an: „Nun ja, wir gehören verschiedenen Völkerschaften an, aber wir zwei sind Brückenbauer für unsere Gemeinschaften. Handel verbindet. Ich bin gespannt, was du diesmal mitgebracht hast. Doch nun, lieber Freund, lass uns hineingehen. Du wirst nach der Reise Hunger haben.“

 

Beide treten in den Innenhof, um den sich mehrere Kastenhäuser gruppieren. Auch hier befinden sich eine Zisterne und einige Silos. Im Innenhof spielen zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge. Es sind die jüngeren Kinder Bartaskos. Der Vater stellt sie vor und Sosipatros schenkt ihnen zwei kleine, weiß und buntbemalte Tonfiguren in Iberertracht. Er hat sie von iberischen Landleuten auf dem Markt in Emporion gekauft hat. Freudestrahlend verschwinden die Kleinen damit.

 

Camulos erscheint, schöpft Wasser aus der Zisterne und gießt es in eine Schüssel. Sosipatros kann sich vom Reisestaub reinigen.

Blick in das Haus eines wohlhabenden Iberers (Rekonstruktion / Museums-Video)
Blick in das Haus eines wohlhabenden Iberers (Rekonstruktion / Museums-Video)

Bartasko führt Sosipatros in das Haus gegenüber dem Eingangstor. Das ist das Empfangshaus des Iberers. Ein großer Raum öffnet sich. Sosipatros verharrt und orientiert sich in dem etwas düsteren Inneren.

 

Ein hoher brauner Holzbalken in der Mitte, auf einem Steinsockel stehend, stützt das Dach. An der linken Wandseite führt eine Leiter zu einem Obergeschoss hinauf.

 

Vor der hinteren Wand erhebt sich ein rechteckig behauener Steinklotz. Seine tischartige Oberfläche läuft an den Ecken in "Hörner" aus, die - wie Sosipatros vermutet - Tierköpfe tragen. Sosipatros erkennt auf dem Tisch einige Figuren, ohne sie aus der Ferne identifizieren zu können. Auf der Vorderfront sind zwei miteinander verbundene Spiralen eingraviert, Symbole die bei Kelten und Iberen oft zu finden sind. Der Stein dient als Hausaltar, wie der Grieche weiß.

 

Eine Luke im Dach lässt Tageslicht in den Raum fallen. Sonst wird er noch durch ein kleines Fenster in der Abschlusswand erhellt. Zudem werfen brennende Öllampenschalen an den Wänden einen warmen Schein in die Räumlichkeit. Die Wände sind ockerfarben bemalt und mit rotbraunen Streifen dekoriert.

 

Der Fußboden ist mit einem Estrich überzogen, der aus kleinen Kieselsteinen, Keramik- und Tonscherben zusammengesetzt ist. Ein Bindemittel aus Kalkmörtel hält das Gefüge zusammen. Der erhärtete Estrich wird mit besonderen Verfahren so lange bearbeitet, bis die Oberfläche glatt wie Marmor ist. Die Römer nennen diesen Bodenbelag „Opus siginum“, aber er ist eine phönizische Erfindung.

 

Unter der Dachluke befindet sich eine schüsselartige Vertiefung im Fußboden, mit Keramik ausgelegt. Die Holzkohle darin zeigt an, dass es sich um eine Feuerstelle handelt. Es sieht aber nicht so aus, als ob sie zum Kochen verwendet wird, sie dient vielmehr der Erwärmung des Raumes an kalten Tagen.

 

An den Wänden ziehen sich Bänke entlang – wohl aus Ziegeln gefügt. Sie sind weiß gestrichen. An einer Seite ist ein großer Tisch mit einer dekorativ gemaserten Olivenholzplatte aufgestellt. Auf ihm befinden sich mit Speisen und Getränken gefüllte Schüsseln und Krüge. Die Wand dahinter ist mit Kissen belegt. Auf der anderen Seite des Tisches ist ein thronartiger Korbsessel zu sehen. Sosipatros ist es bekannt: man speist bei den Iberern im Sitzen, nicht im Liegen, auf „Klinen“, wie bei griechischen Gastmälern üblich.

 

Auf den restlichen Wandbänken verteilt stehen große und kleine Krüge, Amphoren und Schüsseln, teils in der einfacheren Art der Phönizier und der iberischen Herstellung, aber auch in der attischen Weise mit roten Figuren auf schwarzem Grund oder schwarzen Figuren auf hellem Grund.

 

Bartasko bemerkt den Blick von Sosipatros und bemerkt stolz: „Meine Sammlung. Du wirst manches Stück aus griechischer Hand wiedererkennen, das ich von dir erworben habe.“ Für Sosipatros ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, sein Gastgeschenk für Bartasko aus einer Umhängetasche hervorzuziehen. Es ist eine „Lekanis“, ein flaches Schüsselchen mit Henkel und Deckel mit Knauf, das für Speisen oder Öl verwendet wird. Bemalt ist es mit rötlichen Frauenfiguren auf dunklem Grund. Bartasko erkennt sofort den Wert des Stückes, bedankt sich hocherfreut und stellt es in seine Sammlung.

 

Dann wendet er sich Sosipatros zu: „Ihr Griechen seid wirklich unübertroffen in der Herstellung solcher Kostbarkeiten. Aber auch unsere Handwerker haben gelernt, schöne Topferwaren herzustellen.

 

Die von den Phöniziern ausgehende Einführung der schnellen Drehscheibe hat die Arbeit unserer Töpfer sehr erleichtert. So können sie in kurzer Zeit viele Gefäße herstellen. Die griechischen, phönizischen und etruskischen Vorbilder kommen ihnen dabei entgegen. Sie sind aber auch fähig, Erzeugnisse in unserer iberischen Art herzustellen. Dabei entstehen nicht nur einfache, sondern auch besondere Stücke."

 

Er führt seinen Gast zu einem großen dickbauchigen Keramikgefäß mit ausladendem Rand und kunstvoll gebogenen Henkeln. Auf schwarzen Grund sind in weißen Strichen ausgeführte Figuren, eckige geometrische Muster und vegetabilische Symbole zu sehen. Sosipatros erkennt im oberen Bereich die umrißhaft skizzierte Gestalt eines Reiters, der ein weiteres Pferd am Zügel hält. Sosipatros denkt, dass diese Vase nicht die Kunstfertigkeit der griechischen Produkte aufweist, muss aber anerkennen, dass sie eine eigenständige Gestaltung zeigt. So sagt er denn auch höflich: „Ein originelles Stück hast du da, ich bin von den Fähigkeiten eurer Handwerker beeindruckt. Ich werde wohl einiges aus eurer Herstellung erwerben und in Emporion verkaufen. Da gibt es sicher Liebhaber, die an Erzeugnissen mit einheimischer Gestaltung interessiert sind.“

Iberische Gefäß in der Form einer Amphora/Pelike mit Figuren (Reiter/Pferde) und Mustern. (Die gefundenen Scherben sind wieder zusammengesetzt.) Diese Gefäße wurden für Öl, Wein und Wasser verwendet. Bild aufgenommen im Museum von Ullastret
Iberische Gefäß in der Form einer Amphora/Pelike mit Figuren (Reiter/Pferde) und Mustern. (Die gefundenen Scherben sind wieder zusammengesetzt.) Diese Gefäße wurden für Öl, Wein und Wasser verwendet. Bild aufgenommen im Museum von Ullastret

Begegnung mit einer iberische Dame

"Dama de Elche", gefunden 1897 in der Nähe von Elche, eine iberische Kalksteinbüste,  4./5. Jh. v. Chr. Zeigt sie eine Göttin, eine Priesterin, oder eine vornehme Frau, deren Asche sie barg? Bild: Wikipedia.org/Museu Arqueológical National de Madrid (MAN)
"Dama de Elche", gefunden 1897 in der Nähe von Elche, eine iberische Kalksteinbüste, 4./5. Jh. v. Chr. Zeigt sie eine Göttin, eine Priesterin, oder eine vornehme Frau, deren Asche sie barg? Bild: Wikipedia.org/Museu Arqueológical National de Madrid (MAN)

Bartasko ist von der Antwort befriedigt und führt seinen Gast an den Tisch. „Nimm Platz“, lädt er den Griechen ein - mit einer Geste hin zu den Sitzplätzen an der Bank. „Gleich wird Bitudaga kommen und wir können mit dem Essen beginnen.“ Bitudaga – „die dauernd Gute“ -  ist seine Frau.  Und tatsächlich öffnet sich eine Seitentür. Dahinter hört man mehrere Stimmen und eine, die im Befehlston Anweisungen zu geben scheint. Es ist der Küchenraum, aus dem Bitudaga kommt.  Bei ihrem Kommen erheben sich die beiden Männer.

 

Bitudaga ist eine eindrucksvolle Erscheinung, obwohl sie nicht sehr groß ist. Sie tragt ein langes, mit heller Purpurfarbe gefärbtes Gewand. Solche Gewänder vermarkten die Phönizier, deren Färber die Fähigkeit besitzen, den kostbaren Farbstoff in einem aufwendigen Verfahren aus der Purpurschnecke zu gewinnen. Das Gewand wird mit einem Gürtel mit großen Bronzeschnallen zusammengehalten. Ein kurzer braungefärbter und offen getragener Mantel liegt auf den Schultern der Frau. Bitagu besitzt eine schönes gleichmäßiges Antlitz mit großen Augen, schmaler Nase und feinen Lippen. Ihren Kopf bedeckt eine mit Perlen besetzte purpurne Haube. Ihre dichten schwarzen Haare sind zu einem spiralartigen Kranz um die Ohren geflochten. Um den Hals trägt sie mehrere Colliers aus Lapislazuli-Steinen, die mit einem blauen Untergewand harmonieren. Unter den Colliers ist ein goldenes Madaillon auf ihr Gewand geheftet. An den Armen trägt sie Silberringe.

 

Das herrscherliche Auftreten der iberischen Dame hat seine Hintergründe. Wie Sosipatras weiß, ist sie eine der Töchter des Stammesoberhauptes der Indiketen. Wenn man so will, sie ist eine Königstochter. Aber nicht nur das, sie bekleidet das Amt einer Priesterin der wichtigsten Gottheit, die die Indiketen verehren, der Mutter- und Erdgöttin. Somit hat sie eine hohe Stellung in der Hierarchie der Indiketen inne. Sosipatros begrüsst sie dementsprechend respektvoll. Ihm wird bewusst, dass auch Bartasko eine wichtige Position in der Stadt einnehmen muss, wenn ihm diese Frau anvertraut wurde.

 

Für Bitudaga hat Sosipatros einen kleinen „Lekythos“ mitgebracht, ein bauchiges Keramikkrüglein und schmalem Hals, gefüllt mit Rosenparfümöl aus Rhode. Bitudaga nimmt es huldvoll und erfreut entgegen.

Lekythos. Quelle: ceramicartis.com
Lekythos. Quelle: ceramicartis.com

Ein Ritual für die große Göttin

Terracotta mit Kopf der Göttin Demeter mit Bemalungsresten, 3./4. Jh. v. Chr. Bild: Terres de Girona, Ullastret
Terracotta mit Kopf der Göttin Demeter mit Bemalungsresten, 3./4. Jh. v. Chr. Bild: Terres de Girona, Ullastret

Sosipatros knurrt der Magen, aber ihm wird noch auf eine weitere  Geduldsprobe auferlegt. Bitudaga begibt sich an den Altar. Sosipatros nimmt jetzt die Figuren wahr, die auf dem Altartisch stehen. Bei der größten handelt es sich um ein weißes krugartiges Gefäß mit einem Frauengesicht. Sosipatros würde Gesicht und Krug mit der griechischen Wachstumsgöttin Demeter in Verbindung bringen, wenn er nicht wüsste, dass das Gefäß die iberische Erd- und Muttergöttin vertritt. Ihren Namen kennt er nicht. Die Gottheit ist für den Zyklus von Geburt, Wachstum, Tod und Wiedergeburt zuständig.

 

Neben dem Göttinengefäß ist eine kleine gnomenartige Männergestalt aus Terracotta plaziert, schnurrbärtig, korpulent. Mit erhobenen Arm grüßt sie segnend. Diese Gestalt kennt Sosipatros und weiß ihren Namen zu nennen – es ist der ägyptische Gott Bes. Er ist über die Phönizier in Iberien eingewandert und wird auch in Emporion gefunden. Er steht für den Schutz des Hauses und der gebärenden Frauen.

 

Eine dritte Figur – aus dunkler Bronze - stellt einen iberischen Krieger auf einem Pferd dar. Er trägt einen Helm mit aufgesetztem übermächtigem Schweif. Sosipatros würde ihn dem griechischen Kriegsgott Ares zuordnen, wenn er nicht erfahren hätte, dass die Iberer der Erd- und Muttergöttin ein männliches Pendant an die Seite gestellt haben. Dieser Gegen- und Mitspieler ist für Krieg, aber auch für Blitz, Donner und den die Erde befruchtenden Regen zuständig. So bilden beide Gottheiten das Zusammenwirken von erdhaften und himmlischen Kräften ab, das für die agrarische Gesellschaft der Iberer lebenswichtig ist. Sosipatros vermutet, dass die zwei nebeneinanderstehenden Tempel auf der Akropolis von Indika diesen beiden Göttern geweiht sind.

 

Sollte Bartakos womöglich auch Priester sein, in diesem Fall der männlichen Gottheit? Sosipatros hat einige Hinweise darauf.

 

Sosipatros hätte gerne dies und Näheres über die iberischen Gottheiten von Bartasko erfahren, aber er traut sich nicht zu fragen; es ist nicht die Zeit dafür und er hat bei seinen Kontakten bemerkt, dass die Iberer in dieser Hinsicht merkwürdig zurückhaltend sind. Die Tempelbezirke sind Fremden verschlossen und den Namen ihrer Götter nennen sie nicht - wie die Hebräer, die im entfernten Osten des „Mare nostrum“ wohnen, von wo auch die Phönizier herkamen. Sosipatros ist einigen dieser Leute begegnet, die es auf eine ihm unbekannte Weise nach Iberien verschlagen hat. 

 

Unterdessen hat Bitutaga den Göttinnenkrug unter Anrufungen in iberischer Sprache aus einer am Altar stehenden Amphore mit Wein gefüllt, erhoben und in eine Vertiefung im Estrich gegossen. Sosipatros versteht kein Wort, aber es ist ihm klar, das ist ein Trankopfer, wie es auch die Griechen vor einem Mahl praktizieren, nur dass das Opfer bei ihnen dem Weingott Dionysos gilt.

Ein iberisches Gastmahl

Iberische Speisen

 

Bitutaga begibt sich an den Tisch und setzt sich in den Thron-Korbsessel. Sie nimmt am Gastmahl und auch an den Gesprächen teil und zieht sich nicht wie griechische Frauen zurück. 

 

Endlich kann das Mahl beginnen. Die Vorspeise besteht zunächst aus einem mit Wasser, Salz und Öl zubereiteten Getreidebrei, ein iberisches, und überhaupt antikes Grundgericht. Man isst den Brei mit Holzlöffelchen. Dazu gibt es Eier, Ziegen- und Schafskäse, Kichererbsen, Oliven, gekochte Zwiebeln und Lauchstangen, in Öl mit Knoblauchstücken gebratenes Gemüse. Außerdem einen den Appetit anregenden, mit Essig, Salz und Honig angemachten Salat aus Lattich, Kresse und verschiedenen Blüten. Zu den Speisen wird ein mit Wasser vermischter Wein getrunken. Bartasko schenkt ihn ein. Die Hände, mit denen zugegriffen wird, reinigt man sich in Wasserschalen.

 

Nicht viel anders als bei uns, bemerkt Sosipatros.

 

Im Gespräch geht es um familiäre Themen und Ereignisse. Der Austausch ist etwas mühsam, da Bitudaga kein Griechisch spricht und Sosipatros nur ein wenig Iberisch. Er hat zwar immer wieder Anläufe gemacht, diese Sprache über seine Kontakte mit Iberern zu lernen, aber es gibt keinerlei Ähnlichkeiten mit dem Griechischen oder dem Lateinischen. Die iberischen Dialekte sind für den Griechen völlig fremd und so hat er seine Bemühungen aufgegeben. Anders Bartasko, der gut Griechisch spricht und beim Mahl übersetzt.

 

Nun erscheint Camulos und räumt die Schüsseln ab. Er kehrt aus der Küche mit einer riesigen Schale zurück, in der große dunkle Fleischstücke in einer roten Soße liegen. Mit ihm ist Onesimos gekommen – die beiden haben sich offenbar angefreundet – er stellt neue Schüsselchen vor die Teilnehmer der Mahlgemeinschaft.

 

Während Bartasko seiner Frau und dem Gast ein Stück des Bratens auf eine Schale legt und mit Soße übergießt, erzählt er: „Das ist ein Wildschwein, das ich selbst erlegt habe. Übrigens wollte mir ein Rudel Wölfe die Beute streitig machen. Wölfe sind für uns heilige Tiere und wir verehren sie. Sie gleichen unseren Kriegern. Ich konnte sie besänftigen, indem ich ihnen die Eingeweide des Wildes opferte."

 

Er fährt fort: "Das Wildschwein wurde eine Nacht in Wein mit Salz, Gewürzen und Kräutern eingelegt und dann im Brotbackofen gebacken.“ 

 

Sosipatros fand dieses „wilde“ Gericht köstlich, ließ sich mehrere Stücke auftragen und konnte auch von der Soße, in die Brot getunkt wurde, gar nicht genug bekommen.

 

Zum Braten wurde ein kräftiger Wein, der mit wenig Wasser gemischt war, getrunken, zur besseren Verdauung. Sosipatros wandte sich an Bartasko: „Von diesem Wein möchte ich einige Amphoren mitnehmen. Kannst du das möglich machen?“ Bartasko bejahte.

 

Iberische Kultschale mit Wolfskopf im Zentrum, Jagdszenen (innerer Kreis) und Zentauren (halb Mensch, halb Pferd, Außenkreis)

Die "Pátera ibera de Perotito" (Jaén) - eine silbene Schale für Trankopfer, 1./2. Jh. v. Chr., der Wolf verschlingt einen Menschenkopf - Symbol für den iberischen Krieger. MAN Madrid. Bild: wikipedia.org
Die "Pátera ibera de Perotito" (Jaén) - eine silbene Schale für Trankopfer, 1./2. Jh. v. Chr., der Wolf verschlingt einen Menschenkopf - Symbol für den iberischen Krieger. MAN Madrid. Bild: wikipedia.org

Politik, Politik … Iberia zwischen Karthago und Rom

Karthagischer Kopf und Büste eines Römers

 

Beim Essen wendet sich das Gespräch der politischen Lage zu. Bartasko drückt seine Befürchtungen über das Vordringen der Punier und Römer aus. Er bedauert die Uneinigkeit der iberischen Stämme. „Wir Iberer haben vieles gemeinsam, Sprache, Schrift - auch wenn es da Unterschiede gibt - Lebensgewohnheiten, Überlieferungen, das was die Römer "cultura" nennen …“ Bitudaga wirft ein: „Und die Götter, die für uns sorgen!“

 

Bartasko nickt und fährt fort: „Vielleicht haben wir auch gemeinsame Wurzeln. Die Alten erzählen, unsere Vorfahren seien vor langer Zeit aus dem Norden Afrikas gekommen. Die iberische Sprache hat ja nichts mit denen der uns umgebenden Völker zu tun. Andere meinen, wir seien wie die Kelten und die Vorfahren der Römer vom Norden her eingewandert, mit Völkern, die Bronze- Geräte verwendeten und ihre Toten in Urnenfeldern bestatteten. Auch wir verbrennen unsere Toten und bestatten sie in Urnen. Wie dem auch sei, wir sind zu einem Volk zusammengewachsen, allerdings mit vielen Stämmem, die sich nicht immer gut vertragen.

 

Wir sind auch zahlreich. Unsere Siedlungen reichen vom südlichen Gallien die Küste unseres Meeres entlang bis in den Süden Iberiens. Nicht umsonst nennen Griechen und Römer auch die Gebiete um uns, in denen andere Völker leben, „Hiberia“ - nach uns, den „Iberi“! Wir haben es leider nie geschafft, uns zu einem Reich zusammenzuschließen wie die Karthager und Römer. Zu verschieden sind die Interessen unser Stammesoberhäupter. Doch wir sollten unsere Freiheit und Eigenständigkeit verteidigen. Aber auch die Selbständigkeit der griechischen Städte in Iberia ist bedroht, lieber Sosipatros!“

 

Es war klar, Bartasko suchte als Mitglied der in Indika herrschenden Familien Verbündete. Sosipatros, der zu den Ratsherren Emporions gehörte, wägte seine Antwort ab: “Du weißt, Bartasko, bei uns bestimmt nicht ein König oder ein Kreis Mächtiger. Wir Griechen neigen zur Demokratie. In Emporion entscheidet die Versammlung der freien Männer über die Geschicke der Polis. Die gewählten Räte führen aus, was das Volk beschließt. Ich kann es nicht voraussagen, wie die Ekklesia, die Volksversammlung, entscheidet, wenn die Römer oder die Punier vor unseren Toren stehen.“  

 

Die große Fleischschüssel war geleert. Camulos und Onesimos tragen das Geschirr ab und bringen die Nachspeisen herein: frische und getrocknete Früchte, Trauben, Feigen, Äpfel, Granatäpfelkerne, Nüsse und geronnene Dickmilch, die mit Honig gemischt wird.

 

Das Gespräch wendet sich den Geschäften zu. Onesimus wird hinzugezogen und er verliest die Liste der von Sosipatros mitgebrachten Waren. Bartasko äußert seine Zufriedenheit mit dem Sortiment. Sosipatros nennt seine Wünsche. Bartasko meint: „Ich glaube, wir werden handelseinig werden“. Morgen werde ich eure Sachen ansehen. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns zur Ruhe begeben.“

 

Sosipatros verabschiedet sich von Bitudaga, die ihm freundlich eine gute Nacht wünscht. Bartasko bringt seinen Gast in das Obergeschoss des Nebenhauses hinauf. Es wurde eigens für Gäste hergerichtet. Auf einer Matte findet Sosipatros bald in den Schlaf. 

Ein Handelsvertrag

Am nächsten Morgen wird der Grieche durch die Sonne geweckt, die durch ein Fenster hereinleuchtet. In einer Ausbuchtung des Raumes findet er einen Ab-Ort mit Sitzbalken, Ablaufrinne und Loch im Boden. Die Ausscheidungen werden durch ein Tonziegelrohr – wie auch das Abwasser der darunter liegenden Küche – nach außen und vor die Mauer geleitet. Wasser zum Nachspülen und zur Reinigung ist bereitgestellt.

 

Im unteren Raum ist der Frühstückstisch gedeckt. Bartasko erwartet seinen Geschäftsfreund bereits. Die „Indalmata“ [griechisch] bestand aus Brot, Olivenöl, Honig, Früchten, Nüssen, Käse, in Salz eingelegten kleinen Fischen und Meeresfrüchten. Dazu wurde ein leichter Wein mit viel Wasser getrunken.

 

Sosipatros bedauerte im Stillen, dass sich Bitudaga nicht blicken lässt.

 

Nach dem Frühstück entlädt Onesimos den Warenkarren, unter dem Blicken von Bartasko. Dieser war bereit die ganze Wagenladung zu übernehmen. Sosipatros nennt seine Forderungen. Nun wird verhandelt. Nach einer Weile sind sich die beiden einig.

 

Bartasko holt ein dünnes Bleitäfelchen. Mit einem Metallgriffel ritzt er darauf iberische Zeichen. Der Grieche blickt ihm über die Schulter. Die Schriftzeichen erinnern an das griechische und phönizische Alphabet. Aber er kann sie nicht lesen. Bartakos übersetzt das Dokument. Sosipatros ist mit dem Vertrag einverstanden. Er hätte ihn gerne auch auf griechisch gehabt, aber die Forderung danach hätte Bartaskos als Misstrauensbeweis ausgelegt. Und Sosipatros weiß, dass es dem Ehrenkodex eines Iberers wie Bartasko widerspricht, ihn zu hintergehen.

 

Der Iberer wird das Dokument aufbewahren.

Camulos und Onesimos bringen die griechischen Waren in einen Vorratsraum. Sie tragen mehrere Amphoren mit Wein heraus und laden sie auf den Karren. Dann fahren sie zum südlichen Ende der Stadt, wo sich die Getreidesilos befinden, über die Bartasko verfügt.

 

Bartasko und Sosipatros machen sich zu Fuß auf den Weg durch die belebten Gassen. Der Iberer wird von allen Seiten achtungsvoll gegrüßt.

 

Die Vorratshallen und die Silos sind nahe am großen Mauerntor gelegen und damit leicht für die Zufuhr der landwirtschaftlichen Produkte erreichbar. Vor den Hallen und Silos öffnet sich ein Platz. Die Silos sind durch eine Überdachung geschützt, die auf Steinsäulen ruht.

 

Auf dem Platz herrscht reges Getriebe. Sosipatros fühlt sich an die Agora in Emporion erinnert, dem Versammlungs- und Markplatz. Nur, dass hier in Indika nicht Müßiggänger auf und ab gehen, Freunde sich beschäftigungsfrei treffen, Neuigkeiten ausgetauschen, aber auch in den Säulengängen der Hallen politisieren und philosophieren. Hier auf dem iberischen Platz herrscht Geschäftigkeit und Handelstätigkeit. Die Iberer sind ein praktisches Volk.

Silos, Säulen für Überdachung und Vorratsräume
Silos, Säulen für Überdachung und Vorratsräume

Aus den Silos von Bartasko wird Getreide in Säcke gefüllt, Gemüse und Früchte werden aus den Hallen geholt und auf den Karren der Griechen geladen.

 

Onesimos fährt den Karren vor der Stadt und lässt dort die Esel weiden.

 

Währenddessen begeben sich Sosipatros und Bartasko in das nahe Handwerkerviertel. Sosipatros kauft einige einheimische Erzeugnisse ein: Gefäße, Eisenwerkzeug, Schmuck, Textilien. Er bezahlt mit iberischen und griechischen Münzen. Der Lebenunterhalt der  Einwohner von Indika wird nicht nur vom Verbrauch, Tausch oder Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen gesichert, sondern auch von der Herstellung handwerklicher Waren. Das Vorhandensein von Zahlungsmitteln erleichtert den Handel.

 

Camulos bringt die Einkäufe zum Karren hinaus.

 

Sosipatros drängt zum Aufbruch. Bartasko begleitet ihn zum Wagen vor dem Tor. Dort warten zwei iberische Reiterkrieger. Bartasko hat sie besorgt, sie sollen den Transport sichern. Sie freuen sich über die griechischen Münzen, die sie von Sosipatros erhalten und darüber, dass sie Verwandte in untikesken, dem iberischen Namen für Emporion, besuchen können.

 

Bartasko und Sosipatros, Camulos und Onesimos verabschieden sich. Sosipatros trägt Grüsse an Bitudaga auf. Alle sind mit dem Verlauf der Geschäfte und der Begegnungen zufrieden. Dann brechen die Griechen mit ihren Begleitern auf. Am Abend werden sie Emporion erreichen.

Wand-Fragment aus punischem Glasalabaster mit Pflanzenornament (Palme?) - Museum Ullastret
Wand-Fragment aus punischem Glasalabaster mit Pflanzenornament (Palme?) - Museum Ullastret

Soweit meine Erzählung. Ich kann nicht garantieren, dass alles historisch korrekt ist. Beispielshalber habe ich über die Götter der Iberer ein wenig spekuliert. Vielleicht wissen wir über sie nichts Genaues und kennen ihre originären Namen nicht, einfach deswegen, weil wir die iberischen Inschriften nicht verstehen. Offenbar haben die Iberer auch keine Literatur wie Griechen und Römer entwickelt, aus der wir Näheres erfahren könnten - wenn denn einmal die iberische Schrift entziffert werden sollte.

 

Die Kultur der Iberer ist versunken. Ende des 2. Jahrhunderts haben die Indiketen ihre Hauptstadt verlassen. Wir wissen nicht warum. „Olea stretum“, die Stechpalme, nahm von der Stadt Besitz. Aus „Indika“ wurde „Ulllastret“.

 

Die Iberer und die Ruinen von Ullastret bergen noch viele Geheimnisse. Erst im 20. Jahrhundert hat man begonnen, ihre Hinterlassenschaften zu erforschen, im Gegengsatz zum Erbe der Griechen und Römer.

Ein wenig sind wir bei unserem Besuch des Museums und dem Gang durch die Ruinen in die Welt der Iberer und Indiketen eingetaucht. Ich wollte das hier vertiefen. Manches von dem, was uns von ihnen hinterlassen wurde, konnten wir entschlüsseln, aber vieles bleibt unsicher und offen.

 

Unsere Gruppe in Indika/Ullastret

Aus der Vergangenheit aufgetaucht sind wir beim Mittagessen in dem schönen, von Obstplantagen umgebenen Gartenrestaurant "L´Horta de Can Patxei“ bei Gualta. Und da wird mancher von uns bemerkt haben, dass Katalanen einiges von ihren Teilvorfahren, den Iberern, bewahrt haben. Wer meine Erzählung gelesen hat, wird wissen, was ich meine.

An vielen Tagen: verwunschener Ort der Ruhe und der Geheimnisse - die Ruinen von Ullastret

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